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Wohin geht die Medizin?

Fortpflanzungsmedizin als Bedrohung der Menschen

Von Manfred van Treek, Viernheim, Juni 2000

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Präimplantationsdiagnostik – ihre Anwendung wird vorbereitet

In den letzten Monaten wurde in den Medien, insbesondere in den fachmedizinischen Medien, von interessierten Kreisen eine Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik initiiert. Bei den interessierten Kreisen handelt es sich um Fortpflanzungsmediziner, unterstützt von Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirates der Bundesärztekammer. Ziel der Diskussion ist es, für die sogenannte Präimplantationsdiagnostik die gesellschaftliche Akzeptanz herzustellen. Vor der Präimplantationsdiagnostik wird ein Mensch aus Eizelle und Samenzelle im Labor und auf Probe gezeugt. Nach Beginn der Zellteilungen wird im Achtzellenstadium eine Zelle entnommen und auf genetische Defekte untersucht. Wird das Kind für erbkrank befunden, wird es vernichtet, befindet der Mediziner es für gesund, erfolgt die Einsetzung in die Gebärmutter. Eine solch unmenschliche und diskriminierende medizinische Handlung ist nach dem in Deutschland geltenden Embryonenschutzgesetz verboten. In anderen Ländern, wie Belgien, Holland, Großbritannien und den USA wird sie längst praktiziert. Die forcierte öffentliche Diskussion soll die Bevölkerung für diese Dinge unempfindlich machen, damit die Protagonisten dieser Methode leichteren Einfluss auf die Politiker bekommen, und es zu einer Gesetzesaufweichung des Embryonenschutzgesetzes kommt. Dies ist mit „gesellschaftlicher Akzeptanz" gemeint.

Die Protagonisten beteuern, dass nur solche Menschen von dieser Methode Gebrauch machen dürften, die Träger von krankhaften Erbanlagen seien, wodurch die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland nur ca. 200 mal pro Jahr zur Anwendung käme. Durch Beschwichtigungen ist es Liberalisierern in der Vergangenheit aber immer gelungen, die Tür den berühmten Spalt weit zu öffnen, um sich dann bei nächster Gelegenheit des ganzen Hauses zu bemächtigen. Es steht zu befürchten, dass zukünftig nur noch das Kind mit bestimmten Wunschmerkmalen die Präimplantationsdiagnostik überlebt.

Auf einem dreitägigen Symposium Ende Mai 2000 in Berlin, zu welchem das Bundesgesundheitsministerium 600 ausgesuchte Ärzte, Natur- und Geisteswissenschaftler, Juristen und Politiker eingeladen hatte, äußerte die Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer, dass sie „in einem neuen Fortpflanzungsmedizingesetz die Präimplantationsdiagnostik verbieten" will (Deutsches Ärzteblatt, Heft 22, 2. Juni 2000, S. A-1504).

Einerseits ist es gut zu wissen, dass auch die Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) diesen menschenfeindlichen Machbarkeitswahnsinn der modernen Medizin ablehnt. Andererseits werden aber schon seit Jahrzehnten durch die Fortpflanzungsmedizin Methoden praktiziert, welche der Menschenwürde wiedersprechen. Angefangen von der künstlichen Verhütung über die Abtreibung bis hin zur In-Vitro-Fertilisation, der künstlichen Zeugung im Labor.

 

Quo vadis, medicina?

Die Medizin hat schon oft an Scheidewegen gestanden, und sie muss sich auch jetzt wieder die Frage stellen lassen: „Quo vadis, medicina?" In der Vergangenheit ist sie nicht selten Irrwege gegangen, welche dem Wohle der Menschen nicht dienlich waren und die ihrem eigenen Ansehen sehr schadeten. Wohin geht also die Medizin?

 

Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bereichen der Fortpflanzungsmedizin

Die moderne Medizin versteht sich heutzutage oft nicht mehr als Institution, die den Menschen helfen will, einen weisen und menschengemäßen Weg zu finden. Im Gegenteil zeichnet sie sich häufig dadurch aus, Konsumenten medizinischer Dienstleistungen bei der Erfüllung ihrer Begehrlichkeiten behilflich zu sein. Damit werden nicht selten Krankheiten und Leiden hervorgerufen. Wenn ein junges Mädchen die Pille wünscht, so verschreibt ein Gynäkologe diese in aller Regel trotz der bekannten Nebenwirkungen und hinter dem Rücken der Eltern leichtfertig, auch wenn es sich um ein minderjähriges Mädchen handelt.

Manch einer könnte denken, dass dieses mit anderen umstrittenen Praktiken der Medizin nicht das geringste zu tun habe. Was hat zum Beispiel die Menschenrechtsverletzung der Abtreibung mit der Pille zu tun? Die Pille soll doch Schwangerschaft verhüten und somit Abtreibung verhindern. Oder was hat die Präimplantationsdiagnostik mit der Pille zu tun?

Es hat sicherlich eine Menge mit der Pille zu tun, denn mit der Einführung der Pille zu Beginn der 60er Jahre wurde eine Lawine losgetreten, die immer bedrohlicher wird. Ob Pille, Abtreibung oder künstliche Befruchtung, allen ist gemeinsam, dass Sexualität und Zeugung auseinander gerissen wurden, indem Zeugung nur noch zugelassen wurde, indem man die Unterdrückung der weiblichen Fruchtbarkeit zeitweise unterbrach. Damit wird das schöpfungsimmanente Gesetz, nach dem Geschlechtsverkehr für die Entstehung eines Kindes offen sein muss, übertreten. Für diese Probleme sensibilisierte Menschen können die schrecklichen Folgen bei einzelnen Menschen oder auch in der Gesellschaft beobachten. Die Mediziner sind bis heute nicht in der Lage gewesen, den Menschen Achtung vor dem menschlichen Leben sowie Fruchtbarkeitsbewusstsein, d.h. einen verantwortlichen Umgang mit der Sexualität, zu vermitteln. Im Gegenteil, die Medizin vermittelt bewusst nur Verhütungsmentalität, denn daran verdient sie gut, und damit hält sie die Menschen in Abhängigkeit. Wenn Sexualität entweder infolge eines leichtsinnigen Umgangs mit ihr oder infolge versagender Verhütungsmittel unerwünschterweise zu ihrem natürlichen Ergebnis, nämlich zum Kind, führt, bietet die Medizin als Nachbesserung die Abtreibung an. Mit der verlorenen Ehrfurcht vor dem Leben ist die Ehrfurcht vor Gott, dem Schöpfer allen Lebens, verloren gegangen. In Deutschland werden nach Expertenschätzungen pro Jahr 30.000 Frauen trotz Einnahme der Pille und 14.000 Frauen mit liegender Spirale ungewollt schwanger (Quelle: Archiv des Deutschen Bundestages, Sachverständigenanhörung: Schutz des ungeborenen Lebens, 5. Anhörungstag, 14.11.1991, A.-F. Stapf).

Demnach ist diese menschenfeindliche Entwicklung nur folgerichtig, wenn das unter dem Mik-roskop gezeugte Kind vor dem Einsetzen in die Gebärmutter auf genetische Defekte untersucht und gegebenenfalls vernichtet wird. Somit kommen wir zum vorläufigen Höhepunkt einer menschheitlichen Entwicklung, für welche die Verhütung mit Spirale und Antibabypille der Anfang gewesen sind.

Rein menschlich gesehen sind die Mächte, die diese Entwicklung wollen, so stark, dass der um die Perversion dieser Vorgänge wissende Mensch dem kaum etwas entgegensetzen kann. Die Beziehung auf Gott kann den einzelnen aber davor bewahren, die Irrwege einer machbarkeitswahnsinnig gewordenen Welt mitzugehen.

 

Fortpflanzungsmedizin ist gegen das Leben gerichtet

Somit ist es nicht verwunderlich, wenn Methoden auf dem Gebiet der Medizin sprießen konnten, welche die Zeugung aus der ehelichen Vereinigung herausreißen und in die kalte Laborwelt verlagern. Man mag nun einwenden, es sei doch vom therapeutischen Gesichtspunkt her zu begrüßen, wenn die moderne Medizin Paaren zum erhofften Wunschkind verhelfen könne, denn damit werde doch Traurigkeit oder gar Depression aufgrund der ungewollten Kinderlosigkeit bekämpft. Es sei somit eine Haltung für das Leben. Gegen diese kurzsichtige Meinung steht der christlich-biblische Standpunkt, dass nur Gott der Herr über Leben und Tod ist. Es steht dem Menschen nicht zu, außerhalb der natürlichen Geschlechtlichkeit ein Kind von Gott zu erzwingen. Man könnte auch die Meinung vertreten, dass die Kinderlosigkeit im Einzelfall möglicherweise sogar Gottes Wille ist, weil er etwas anderes mit den betroffenen, verhinderten Eltern vorhat. Möglicherweise treten im Leben eines auf solche Weise erzwungenen Kindes sogar Disharmonien und Störungen auf, die die ganze Familie in Not und Leid stürzen können. Nicht als Letztes soll aber darauf hingewiesen werden, dass durchschnittlich drei Versuche mit je drei Embryonen gemacht werden müssen, damit es zur Geburt eines unter dem Mikroskop gezeugten Kindes kommt. Die übrigen eingesetzten Embryonen gehen zugrunde. Um den egoistischen Wunsch nach einem eigenen Kind zu realisieren, lassen die Eltern zu, dass ca. 8x ein anderes, ebenfalls eigenes Kind, zugrunde geht.

Mediziner, die solche Dienste anbieten, treten in Konkurrenz zu Gott und die Menschen, die diese gottlosen Dienste in Anspruch nehmen, ermöglichen dieses gefährliche Spiel. Es kommt mitunter vor, dass sich nicht nur einer der drei eingesetzten Embryonen einnistet, sondern gleich alle drei. Entweder lassen die Eltern nun die Drillingsgeburt zu, oder – da sie ja nur ein Kind bestellt hatten – der Fortpflanzungsmediziner wird ein oder zwei der Embryonen töten. Bei all diesen schrecklichen Fakten im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung unter dem Mikroskop kann man nicht von einer „Haltung für das Leben" sprechen.

Die ganze Gottlosigkeit und unnatürliche Menschenfeindlichkeit dieser Entwicklungen äußerte sich bei einer Talkshow im vergangenen Jahr, in welcher der Chemiker Djerassi, der als „Vater der Antibabypille" bezeichnet wird, meinte, dass in 100 Jahren kein Kind mehr auf natürlichem Wege gezeugt werde, und dass Sexualität nur noch der Lustbefriedigung diene.

Jeder vernunftbegabte Mensch wird bei solch perversen Meinungen ein „Gott bewahre uns davor" ausstoßen.

 

Verhütungsmentalität

Viele nehmen die Pille oder haben sie genommen. Und viele von diesen werden nicht gerne hören, dass auch ihr persönliches Verhütungsverhalten durch die Mentalitäten, die dadurch gesellschaftlich hervorgerufen wurden, zu dieser furchterregenden Entwicklung beigetragen hat. Dies ist die gesellschaftspsychologische, indirekte Ebene. Ein direkter und im Einzelfall ursächlicher Bezug liegt im langjährigen Gebrauch von Pille und Spirale. Diese die Menschenwürde verletzenden Methoden der künstlichen Schwangerschaftsverhütung rufen Situationen hervor, die in Zukunft möglicherweise zu verstärktem Einsatz von Methoden der Fortpflanzungsmedizin führen könnten. Es ist bekannt, dass das gewollte Eintreten einer Schwangerschaft nach Pillenbenutzung durchschnittlich doppelt so lange dauert, wie bei einer Frau, die die Pille nicht benutzt hat. Es gibt aber auch Frauen, die nach Pillengebrauch gar nicht mehr schwanger werden. Ebenso kann es nach langjährigem Spiralengebrauch durch chronische und mehr oder weniger unbemerkte Eileiterentzündungen zu Verklebungen der Eileiter oder zu deren Funktionsbehinderung beim Embryotransport kommen. Die Gebärmutterschleimhaut kann auch infolge der jahrelangen Belastung durch Kupferionen aus der Spirale oder infolge der jahrelangen Verhinderung ihres natürlichen, zyklischen Aufbaus und ihrer menstruellen Abblutung durch Gestagenspiralen oder infolge der massiven Gestagenbelastung durch die Dreimonatsspritze in ihrer Funktion so behindert sein, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht mehr zustande kommt. Die Wegmanipulation der Fruchtbarkeit lässt eine psychologische Haltung entstehen, die das Kind ausklammert. Das Bewusstsein der Fruchtbarkeit und der Möglichkeit, Kinder zu haben, wird an den Rand gedrängt. Somit kommen viele Frauen bzw. Paare viel zu spät auf die Idee, dass zum Leben auch noch Kinder dazugehören, dass Karriere und Anspruchsdenken nicht die erwartete Erfüllung gebracht haben. Dann sind sie aber zu alt, dann kommen keine Kinder mehr. Und dann muss mit den gewaltsamen Methoden der Fortpflanzungmedizin das erzwungen werden, was vorher jahrelang mit den gewaltsamen Methoden der Verhütung, vielleicht auch der Abtreibung, verhindert worden ist. Die Ausübung von Macht über die Fruchtbarkeit der Frauen bei der Verhütung führt somit zu Situationen, die den Fortpflanzungsmedizinern später erneute Macht über diese Frauen und über Leben und Tod gestatten.

 

Allmächtige Mediziner?

Warum sind gerade Ärzte in der Lage, solche gewissenlosen Unmenschlichkeiten zu begehen. Wieso kommen sich gerade die Fortpflanzungsmediziner mit ihren Methoden und Möglichkeiten so erhaben vor? An der Justus-Liebig-Universität Giessen hatte eine studentische Arbeitsgruppe Anfang bis Mitte der 80er Jahre in einer bemerkenswerten Fleißarbeit Material über die Giessener Medizin im Nationalsozialismus gesammelt. Insbesondere wurden die ideologischen und praktischen Verwicklungen von Giessener Medizinern bei rassenhygienischen und eugenischen Zielen dokumentiert. Auf einer Veranstaltung zu diesem Thema wurde gefragt, warum es denn überhaupt zur Beteilung von normalerweise unbescholtenen und vorher korrekt und menschlich handelnden Ärzten kommen konnte. Die Studenten, die sich intensiv mit diesen Dingen beschäftigt hatten, konnten die Antwort geben: Weil Mediziner der Gefahr ausgesetzt sind, sich in ihrer Sozialisation eine „Allmachtsidentität" zuzulegen. Sie gehen ständig mit dem menschlichen Leben um, und sie arbeiten nicht selten an der Grenzlinie zwischen Leben und Tod. Sie können mal etwas mehr dem Leben, mal etwas mehr dem Tod nachhelfen. Dies bedeutet Macht über Leben und Tod. Diese oben beschriebene Macht über Leben und Tod, die bei Medizinern unzweifelhaft vorhanden ist, kann Suchtcharakter annehmen. Solch eine Macht kann kein Angehöriger eines anderen Berufszweiges, von Staat und Gesellschaft legitimiert, wahrnehmen. Allenthalben im kriminellen Bereich spielt diese Machtgier über das Leben eines anderen Menschen eine Rolle. Hier ist besonders an Sexualtäter zu denken. Diese Männer begehen ihre Taten an Frauen in der Regel nicht aus Freude an Zärtlichkeit und Sexualität, sondern aus Machtbesessenheit. In Hitler-Deutschland ist es nicht primär die Nazi-Ideologie gewesen, die die bekannten und erschütternden Verirrungen der Medizin hervorgerufen hatte. Rassenhygienische und eugenische Ideologie und Praxis fand und findet auch heute in anderen Ländern statt, nicht zuletzt in den USA. Im nationalsozialistischen Deutschland konnte sich diese Wahnsinnsmedizin nur allzu leicht entfalten, der Nationalsozialismus war ein guter Nährboden für diese entartete Medizin.

 

Grenzüberschreitung

Unzweifelhaft haben die heutigen Fortpflanzungsmediziner Macht über Leben und Tod. Und unzweifelhaft wollen zahlreiche von ihnen die Kriterien von lebenswert und nicht lebenswert festlegen. Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) hat sich einmal dahingehend geäußert, dass die ausschließliche Aufgabe des Arztes in dieser Hinsicht in der Bewahrung des Lebens liegt, ob ein menschliches Leben Wert habe oder nicht, das gehe den Arzt nichts an. Wenn der Mediziner diese Rücksichtnahme einmal aufgeben sollte, dann wird er zum gefährlichsten Menschen im Staate. Diese schreckliche Vision Hufelands ist längst Wirklichkeit geworden. Diese Gefahr durch die Fortpflanzungsmediziner ist um so größer, je stärker auch in der Bevölkerung Tendenzen vorhanden sind, die Schutzwürdigkeit menschlichen Lebens, besonders des ungeborenen oder behinderten Lebens, zu verneinen. Die Ideologie, die solchen Tendenzen in der Bevölkerung zugrunde liegt, kann mit Utilitarismus benannt werden. Utilitarismus ist die Ethik, die alles für erlaubt erklärt, was der Erfüllung des menschlichen Begehrens nützlich ist. Nun könnten sich die Fortpflanzungsmediziner hinter der Schutzbehauptung zurückziehen, sie erfüllten doch nur die Forderungen der Gesellschaft. Allerdings ist mit Nachdruck und kritisch zu hinterfragen, wieso denn die Medizin solchen Forderungen mit aller Gewalt Genüge tun muss. Solche Forderungen nach unmenschlichen und widernatürlichen Methoden treten aller Erfahrung nach immer erst dann auf, nachdem sie von ihren Anbietern, in geeignete ethische Mäntelchen verpackt, dem Volk dargeboten worden sind. Ärzte müssen wissen, was dem Menschen zuträglich ist, wissen sie es nicht, dann sind sie keine Ärzte, sondern nur Mediziner, also Absolventen eines Medizinstudiums und Besitzer medizinischen Wissens und Könnens und medizinischer Macht. Jeder vernunftbegabte Mensch wird bei vorurteilsfreier Betrachtung der Tatsachen in dem, was diese Fortpflanzungsmediziner tun, erkennen, dass hier längst eine Grenzlinie überschritten worden ist, die sie niemals hätten überschreiten dürfen. Auf die künstliche Befruchtung und die Präimplantationsdiagnostik bezogen bedeutet dies: würden Abtreibungsmediziner nicht ständig eine ihnen gesetzte Grenze überschreiten, gäbe es genug zu adoptierende Kinder für ungewollt kinderlose Paare und für Paare, die infolge einer krankhaften Erbanlage besser auf eigene Kinder verzichten würden. Neben der Tötung des ungeborenen Kindes und der tiefgehenden Verletzung der Mutter verursacht das Übel der Abtreibungsmedizin zusätzlich ein Dilemma, welches andere Übel nach sich zieht: den Einsatz künstlicher Befruchtungsmaßnahmen und in deren Gefolge die Präimplantationsdiagnostik. Die Methoden der Fortpflanzungsmediziner werden hier ganz bewusst Übel genannt, weil durch die Unterdrückung bzw. gewaltsame Beendigung des natürlichen Vorgangs der Schwangerschaft bei der Abtreibung und durch die unnatürlichen Eingriffe in menschliche Fortpflanzungsvorgänge, die bedingungslos natürlich ablaufen müssen, Disharmonien auftreten, die körperliche, seelische und geistige Krankheit zur Folge haben. Nicht nur die Fortpflanzungsmediziner müssen zu einem Ablassen ihres die Menschenwürde verletzenden und die Menschen krank machenden Handeln aufgefordert werden, sondern die Bevölkerung muss erkennen, dass ihr diese Methoden schaden, und sie muss bereit werden, ganz neue Wertmaßstäbe zu setzen. Abtreibung muss als folgenschwerer Einschnitt in das Leben einer Frau erkannt und bewertet werden. Es handelt sich dabei nicht um etwas wie eine Gallenblasenoperation. Hier wird ein Mensch getötet, bei diesem Menschen handelt es sich um das eigene Fleisch und Blut der Mutter. Abtreibung ist zu ächten, wohingegen die Adoption einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft bekommen muss. Derzeit ist es eher umgekehrt. „Das eigene Kind zur Adoption geben, das machen ja nur Rabenmütter. Dann besser abtreiben!" Was für eine tödliche Liebe! Die Mutter, die ihr Kind leben lässt und zur Adoption freigibt, muss hoch geachtet werden. Der einmalige, unschätzbare und unwiederbringliche Wert des einzelnen menschlichen Lebens, auch und gerade des vorgeburtlichen Lebens, muss deutlich herausgestellt werden.

 

Was soll man aber tun, was ist zu fordern?

Die Medizin muss aufhören, sich in denjenigen intimen Bereich des Menschen einzumischen, welcher Frau und Mann in unmittelbare, schöpferische Nähe zu Gott bringt. Die Medizin muss mit dem Irrglauben aufhören, sie könne sich in einem wertfreien Raum bewegen. Auch oder besser gerade Ärzte unterliegen als Staatsbürger der Verpflichtung, die Forderungen aus den Artikeln 1.1 und 2.2 des Grundgesetzes anzuerkennen und ihnen Geltung zu verschaffen. Mediziner, die Embryonen zur Probe im Labor zeugen, verletzen Artikel 1.1 des Grundgesetzes, welcher lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar." Durch die Präimplantationsdiagnostik wird die Würde des menschlichen Embryos und seiner Eltern aufs schwerste verletzt. Der Mediziner verletzt im übrigen seine eigene Menschenwürde, indem er eine Grenzüberschreitung begeht und dadurch zur Ursache eines unermesslichen Schadens für den betroffenen Einzelmenschen und für die Gesamtgesellschaft wird. Ein Abtreibungsmediziner begeht mit der Tötung des ungeborenen Kindes eine rechtswidrige Tat, wodurch Artikel 2.2 verletzt wird: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." Die Gesetzgebung ist in der derzeitigen Situation einer Dammbruchgefahr zu höchster Wachsamkeit aufgefordert. In Artikel 1.1 des Grundgesetzes heißt es weiter: „Sie (die Würde des Menschen) zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Zukünftige Generationen werden das heutige Parlament daran messen, ob es ihm gelungen ist, die Angriffe von Partikularinteressen auf das Grundgesetz abzuwehren.

Die Medizin muss endlich mit der systematischen Unterdrückung des Fruchtbarkeitsbewusstseins aufhören. Das Schweigen muss gebrochen werden. Die Menschen haben ein Recht darauf, über die Zusammenhänge von Sexualität und Fruchtbarkeit mit psychischer und körperlicher Gesundheit umfassend informiert zu werden. Sie müssen sich von der abhängig machenden Verhütungsmedizin emanzipieren dürfen.

Zur Entfaltung des in jedem Menschen angelegten Fruchtbarkeitsbewusstseins ist eine durchschnittliche Lernzeit von acht bis zehn Stunden erforderlich. Frauen und Männer müssen ermuntert werden, die Regeln der Natürlichen Empfängnisregelung nach Professor Rötzer zu lernen und zu verinnerlichen. Sie müssen bereit werden, die damit verbundene Verantwortung zu übernehmen. Dies würde für die Frauen bedeuten: nie mehr Pille, nie mehr Spirale, keine Sterilisation, keine menschenunwürdige Abtreibung. Bereits junge Mädchen zu Beginn der Pubertät haben ein Recht darauf, ihren Fruchtbarkeitsrhythmus kennen zu lernen, einschließlich der tieferen, seelisch-geistigen Aspekte von Fruchtbarkeit und Sexualität. Sie haben ein Recht darauf, und sie sind es wert, vor der tendenziösen Sexualaufklärung, die Verhütung, Frühsexualisierung und Abtreibung propagiert, geschützt zu werden.

Wenn bei vielen Menschen eine Abkehr vom derzeit praktizierten Trend erreicht wird, dann wird dies große und positive Auswirkungen auf eine Zukunft haben, welche die Verantwortlichkeit des einzelnen bei diesen hier diskutierten Lebensbereichen wieder verstärkt in den Mittelpunkt rückt. Dann kann man prognostizieren: mit dem Annehmen der Fruchtbarkeit durch die jungen Menschen wird sich der derzeitige Trend, das Kinderkriegen abzulehnen, wieder umkehren. Damit ist einerseits der sich anbahnenden demographischen Katastrophe vorgebeugt. Andererseits wird aber das Gebäralter der Frauen wieder in jüngere und damit für Schwangerschaften besser geeignete Lebensalter vorverlegt, so dass die Menschen die Methoden der künstlichen Befruchtung nicht mehr brauchen.

Die Fortpflanzungsmedizin hat mit den Abtreibungen, mit den Gesundheitsschäden durch die Verhütungsmethoden, mit dem Erzeugen ungewollter Sterilität millionenfach Leiden und Krankheit hervorgerufen. Hier ist Vergangenheits- und Gegenwartsbewältigung erforderlich. Von den ca. 750 deutschen Mitgliedern des Institutes für Natürliche Empfängnisregelung sind bedauerlicherweise nicht einmal 3 % Ärzte. Verantwortungsbewusste Ärztinnen und Ärzte können in der Verbreitung der Natürlichen Empfängnisregelung, in der Unterstützung von Frauen, die sich endlich von der Fortpflanzungsmedizin emanzipieren wollen, und in der strikten Ablehnung menschenfeindlicher Methoden eine hervorragende Aufgabe finden. Die Medizin hat keine andere Wahl als die, den eingeschlagenen Irrweg zu verlassen, wenn sie nicht in ein oder zwei Generationen massivst an den Pranger der Geschichte gestellt werden will.

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Stand: 14. Dezember 2012
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