www.medizinkritik.de

Praxis Manfred van Treek - Viernheim

Home Nach oben Inhalt

Hormonersatz-Ther.?

Risiken durch Pille ] Wechseljahrespille ] Östrogene ] [ Hormonersatz-Ther.? ] Therapiebilanz ]

 

Diese Seite steht seit dem 02.04.2004 zur Verfügung

Ein Gynäkologe versuchte einer

Patientin die Hormonersatztherapie

schmackhaft zu machen

 

Erfahrungsbericht aus dem Jahre 2001

horizontal rule

Siehe hierzu auch den Rundbrief der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen:

„Hormontherapie im Klimakterium – eine vernichtende Bilanz“

vom Oktober 2003 – veröffentlicht auf dieser Webseite.

horizontal rule

Nachfolgendes Gedächtnisprotokoll erreichte die Redaktion Medizinkritik im Januar 2001. Es war eine Zeit, in der die „vernichtende Bilanz“ durch die Veröffentlichung der „Women´s Health Initiative Study“ im Journal of the American Medical Association (JAMA) und der „Million Women Study“ im Lancet noch nicht bekannt war. Es ist bezeichnend, mit welch durchsichtigen rhetorischen Tricks die Gynäkologen die Frauen zur Einnahme künstlicher Wechseljahreshormone überreden wollten. Zur Zeit (März 2004) kommt keine Frau mehr mit einer laufenden „Hormonersatztherapie“ (HET) in meine allgemeinmedizinische Sprechstunde. Alles abgesetzt! Für das wirtschaftliche Überleben vieler Gynäkologen ist aber weiterhin gesorgt. Nicht Wenige haben sich jetzt umorientiert und machen mit Fettabsaugung, Anti-Aging, ambulanter Abtreibung und Kinderwunschsprechstunde ihr Geld. Was werden sie nur machen, wenn in absehbarer Zeit die Antibabypille genauso in Verruf geraten wird, wie es jetzt mit der HET geschehen ist?

 

Der Erfahrungsbericht:

Im  Besprechungszimmer: Kurze Begrüßung, dann fragt mich der Arzt: “Wie geht es Ihnen?“ Ich antworte: „Danke, mir geht es soweit gut. Ich komme zu Ihnen, weil bei mir etwa vor einem Jahr an den Eierstöcken Zysten entdeckt wurden und diese sollten zweimal im Jahr kontrolliert werden.“ „Haben Sie Kinder?... Gibt es irgendwelche akuten  Beschwerden oder Veränderungen, die Sie selbst an sich festgestellt haben?“ fragt er weiter. Ich erwähne, dass meine Haut und meine Schleimhäute seit einiger Zeit etwas trocken sind, und dass ich Hitzewallungen habe. Er fragt weiter, ob es Krankheiten gibt, auch solche  die evtl. schon länger zurückliegen. Ich erzähle ihm nun, dass ich im vergangenen Jahr wegen einer Endocarditis lange Zeit immer wieder mit Antibiotika behandelt wurde, die letzte Einnahme vor ca. zwei Monaten und dass ich  eine Thrombose hatte, die operativ entfernt wurde. Seit der ersten Schwangerschaft (ab dem 3. Monat) würde ich immer wieder leichtere bis heftige Venenentzündungen  bekommen, die z.T. auch ärztlich behandelt werden müssen. Das regelmäßige Tragen von Kompressionsstrumpfhosen wäre erforderlich.

Nun bittet mich der Arzt, die übliche Untersuchung durchführen zu dürfen. Wir wechseln in das Behandlungszimmer. „Oh, Ihre Schleimhäute sind ja sehr trocken. Wann hatten sie denn ihre letzte Periode?“ Ich beantwortete diese Frage. Kein weiteres Gespräch. Dann: „Ich mache jetzt den Ultraschall.“ Er spricht die ganze Zeit nichts. „Sie können sich jetzt wieder anziehen,“ sagte er. „Was ist denn mit den Zysten, sind sie noch vorhanden?“ frage ich ihn. „Da machen Sie sich mal keine Sorgen, das können wir erst mal so lassen. Ziehen Sie sich jetzt an und kommen dann wieder ins Besprechungszimmer.“

 

Zweites Gespräch im Besprechungszimmer:

„Mir machen im Moment ihre Schleimhäute Sorgen, da ist alles zu trocken. Ich konnte bei der Untersuchung feststellen, dass die Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben. Wir müssen das unbedingt behandeln, sonst bekommen Sie evtl. Probleme wie Infektionen, Pilzerkrankungen, Juckreiz oder andere unangenehmen Beschwerden. Sie haben ihre Periode sicherlich durch die schwere Krankheit im letzten Jahr verloren. Das ist nicht gut.“ Ich frage dazwischen: “Lässt sich nur von dieser einzigen Untersuchung einwandfrei feststellen, dass die Eierstöcke nicht mehr arbeiten? Braucht man dazu keinen Hormonspiegel?“ „Nein, das Ergebnis ist eindeutig, Ihnen fehlt das körpereigene Östrogen“. „Aber Sie sagten eben, dass durch die Krankheit die Eierstockfunktion zu früh ausgesetzt hat. Könnte es da nicht sein, dass die Eierstöcke ihre Tätigkeit evtl. in ein paar Wochen oder Monaten wieder von selbst aufnehmen?“ „Nein, das glaube ich nicht, Sie werden höchstens ein-zweimal im Jahr Ihre Regel bekommen, öfter nicht. Das ist nicht gut für Sie, Sie sind mit Mitte Vierzig noch viel zu jung, Sie sollten noch mindestens 5 Jahre Ihre Blutungen regelmäßig bekommen,“ redet er mir zu. „Eigentlich vermisse ich die Blutungen gar nicht so sehr,“ wende ich ein. „Das ist aber für Ihr Alter viel zu früh. Ich mache Ihnen da einen Vorschlag. Sie hatten zwar eine Thrombose, aber trotzdem möchte ich Ihnen zu einem Östrogenpräparat raten. Das sollten Sie unbedingt mal ausprobieren. Das wird Ihnen über viele Probleme helfen, Sie werden ein ganz neues Lebensgefühl bekommen und es wird Ihnen viel schneller wieder auf die Beine helfen und Sie werden Ihre Lebensfreude wieder intensiver erleben,“ berät er mich. „Das hört sich ja an als ob Sie da eine Wunderpille hätten!“ stelle ich fest. „Die Östrogene sind auch für Ihre Venen gut, es macht die Wände glatter,“ informiert er weiter. „Aber dafür nehme ich doch ASS 100. Da brauche ich keine Östrogene zu nehmen,“ entgegne ich. „Ich kann Sie nicht dazu zwingen, nur anraten. Aber wie schon gesagt, es verzögert Ihren Alterungsprozess, Sie bleiben länger jung und schützt Sie auch vor der Osteoporose. Meine Mutter hat bis zu ihrem 75. Lebensjahre Östrogene eingenommen und sie fühlte sich sehr wohl damit,“ rät er weiter. „Da finde ich es aber sonderbar, dass viele Frauen über Nebenwirkungen klagen,“ wende ich ein. „Da sind Sie mal ganz beruhigt, es gibt mittlerweile so viele Präparate, dass wir schon das Richtige für Sie finden werden. Sie werden begeistert sein, Sie werden vielleicht 2-3 Kilogramm zunehmen und das würde Ihnen sehr gut tun.“ „Aber ich habe mein Leben lang nicht diese Tabletten geschluckt und da ich sowieso schon täglich einige Medikamente zu mir nehme, möchte ich gerne auf diese Östrogene verzichten. Gibt es denn da nicht auch etwas Pflanzliches, ich habe da schon einiges gehört, 

z. B. Mönchspfeffer.“ „Nein, nein, nein, das können Sie gleich ganz vergessen, diese Sachen taugen alle gar nichts, sie sind nur teuer, da werden Sie sich nur ärgern,“ fällt er mir ins Wort. „Ich schreibe Ihnen jetzt ein ganz leichtes Präparat auf, es enthält nur ganz geringe Mengen an Östrogen und ich kann Ihnen nur raten, es auszuprobieren. Berichten Sie mir dann bitte, ob Sie es vertragen. Wenn Sie etwas an ihren Venen spüren, setzen sie es sofort ab und rufen mich an, denn Sie wissen ja, Sie selbst tragen dafür die Verantwortung,“ versucht er mich zu ermutigen. „Aber diese Verantwortung möchte ich gar nicht übernehmen. Schließlich habe ich eine Familie, die mitleidet, wenn ich wieder erkranke,“ wehre ich ab. „Liebe Frau NN., wir müssen in unserem Leben sehr viel riskieren, um hinterher festzustellen, dass es von Nutzen war,“ antwortet er mir. Während er noch spricht, druckt er das Rezept aus und überreicht es mir. Ich schaue darauf und stelle fest, dass er mir ein Rezept für drei Packungen verordnet hat. Darauf frage ich ihn: “Das Rezept ist ja für drei Packungen, wieso denn gleich so viele?“ Er antwortet: „Ja, Sie sollen in der Einnahme keine Unterbrechung haben,“ steht auf und verabschiedet sich.

Ich versichere hiermit, dass ich wahrheitsgetreu und aufrichtig geschrieben habe. Dieser Arztbesuch konnte mich nicht zur Hormoneinnahme bewegen, eher fühlte ich mich über den Tisch gezogen und mit meinem ursprünglichen Anliegen nicht ausreichend ernst genommen, ging ich enttäuscht nach Hause.

horizontal rule

zurück zu diesem Seitenanfang

zurück zum Auswahlmenü NEBENWIRKUNGEN

Home ] Nach oben ]

Mitteilung an die

Redaktion schreiben

Copyright © 2001 Manfred van Treek
Stand: 14. Dezember 2012
Webhosting von http://www.jsr-internetpartner.de