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Therapiebilanz

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Hormontherapie im Klimakterium –

eine vernichtenden Bilanz

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Siehe hierzu auch den Beitrag:

Ein Gynäkologe versuchte einer Patientin die Hormonersatztherapie

schmackhaft zu machen  - Erfahrungsbericht aus dem Jahre 2001 -

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So lautet die Überschrift eines Rundschreibens der kassenärztlichen Vereinigung Hessen vom Oktober 2003, unterzeichnet vom 1. Vorsitzenden der KV Hessen Dr. Rebscher-Seitz und vom Ehrenvorsitzenden Dr. Bausch.

 

Der Text des Rundschreibens:

 

„Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

selten haben wird Ärztinnen und Ärzte und weltweit in einer pharmakotherapeutischen Maßnahme so geirrt wie bei der Hormonersatztherapie im Klimakterium. Wer noch vor wenigen Jahren in Frage gestellt hätte, dass wir – indem wir wie beim Diabetes fehlendes Hormon substituieren – mit den Östrogen-Gestagenpillen den behandelten Frauen Gutes tun, wäre hinsichtlich seines Geisteszustandes hinterfragt worden.

Jetzt ist die Studienlage so erdrückend geworden, dass man tunlichst diese Therapie meidet oder auf eine Kurzbehandlung reduziert, um klimakterische Akutbeschwerden abzufedern. Das Risikoprofil der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren für Krebs sowie für thromboembolische Erkrankungen und kardiovaskuläre Komplikationen ist derart belastend, dass man darauf warten darf, bis der erste Frauenarzt oder verordnende Hausarzt beim Auftreten einer dieser Komplikationen wegen erwiesener Falschbehandlung verklagt wird. Man lese nur nach, mit welcher Klagewelle Hunderte Ärzte und die Firma Bayer überzogen wurden wegen einiger tödlicher Komplikationen im Zusammenhang mit der Einnahme eines CSE-Hemmers (Anm.: Lipobay).

Manch einer von uns, der guten Glaubens und unter Beachtung des amtlichen Zulassungsstatus dieser Medikamente therapeutisch gehandelt hat, fühlte sich nach den ersten Meldungen über einen Paradigmenwandel in der Hormonersatztherapie bedrückt und bedrängt. So, als hätte man persönlich an dieser Entwicklung Schuld oder gar einen ärztlichen Fehler begangen. Wer will schon Fehler und Schuld auf sich laden? Dies hat nicht nur bei manchen von uns in den ersten Monaten zu Verleugnungen und Verdrängungen und zu innerer Abwehr gegenüber der geänderten Erkenntnislage geführt, sondern auch zu Aggressionen gegenüber denjenigen, die die Botschaft überbracht haben. Verständlich, dass die Industrie – Umsatzeinbrüche fürchtend – durch beruhigende Gegeninformationen versucht hat, vor allem die Frauenärzte bei der Verordnungsstange zu halten.

Das alles, liebe Kolleginnen und Kollegen, geht jetzt nicht mehr. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hat, wie Sie der beiliegenden Kurzversion der aktuellen Therapieleitlinie zur Hormontherapie im Klimakterium entnehmen können, ein vernichtendes Urteil vorgelegt. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission hat anlässlich der öffentlichen Präsentation dieser Leitlinien von Parallelen zu dem unseligen Contergan-Skandal vor gut 40 Jahren gesprochen. Übrigens führte damals die Beobachtung eines Humangenetikers über einen Zusammenhang zwischen der Contergan-Einnahme und einer Häufung von schweren Extremitätenmissbildungen bei Neugeborenen zunächst zu Abwehr, Ablehnung und Verleumdung.

Nach unserem jetzigen hochevidenzbasierten Wissensstand müssen wir vor allem aus forensischen Gründen davor warnen – ohne vorherige ausführliche Aufklärung der Patientin über die ungünstige Nutzen-Risikorelation – Sexualhormone im Klimakterium zu verordnen. Das gilt auch für alle Routineweiterverordnungen und Nachverordnungen bei laufender oder gut tolerierter Substitution.“

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Stand: 14. Dezember 2012
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