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Parodontitis

Tote Zähne ] [ Parodontitis ] Amalgamsanierung ]

 

Dieser Beitrag ist seit dem 10.10.2000 auf dieser Webseite

Aus: Ärzte Zeitung vom 30.1.1998

 

Hinweise auf chronische Parodontitis

als unabhängiger Risikofaktor für KHK vorgestellt

 

Es gibt gute Gründe, Ihren Patienten öfter mal in den Mund zu schauen

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Köln (ab). Trifft die Hypothese zu, über die Professor Thomas Kocher auf dem 22. interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Köln berichtet hat, gibt es für Hausärzte gute Gründe, ihren Patienten öfter mal in den Mund zu schauen. Denn nach Angaben des Zahnmediziners aus Greifswald ist eine chronische Parodontitis möglicherweise ein unabhängiger KHK- und Apoplexie-Risikofaktor und außerdem bei Schwangeren ein Risikofaktor für vorzeitige Geburten.

Bereits 1989 sei von einer finnischen Arbeitsgruppe ein möglicher Zusammenhang zwischen chronischen Entzündungen in der Mundhöhle und Herzinfarkten postuliert worden, sagte der Parodontologe. Mittlerweile sei dieser Zusammenhang in mehreren Fall-Kontroll-Studien und epidemiologischen Studien mit insgesamt über 12 000 Menschen gefunden worden.

Danach sei - adjustiert an bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alter, soziale Schicht, Blutdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte - bei Personen mit Parodontitis das relative KHK-Risiko bis zu 1,9fach und das Risiko für eine Apoplexie sogar 2,8fach erhöht.

Kocher berichtete weiter, außerdem habe eine Fall-Kontroll-Studie ergeben, daß Schwangere mit Parodontitis ein siebenfach höheres Risiko haben, ein untergewichtiges Kind zu bekommen als Frauen mit gesundem Zahnhalteapparat.

Womit aber wäre die Hypothese über systemische Wirkungen einer Parodontitis zu erklären? Möglicherweise, so Kocher, komme es zu einer chronischen Bakteriämie mit gramnegativen Anaerobiern, den Erregern der Parodontitis. Immerhin seien in Atheromen von Koronararterien solche pathogenen Keime gefunden worden.

Außerdem enthielten die Parodontitis-Erreger Lipopolysaccharide, die Makrophagen anregten, Zytokine und andere Botenstoffe zu bilden, etwa Interleukin 1, Prostaglandin E und Tumornekrosefaktor alpha. Und diese Stoffe könnten zur Erhöhung des KHK- und Apoplexie-Risikos sowie des Risikos für vorzeitige Geburten beitragen.

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Anmerkung

Auf genau diese hier vorstehend beschriebenen Zusammenhänge konnten mein zahnärztlicher Kollege Dr. Sackreuther und ich auf unserem Vortrag beim Naturheilverein Viernheim „Kranke Zähne – kranker Mensch" am 18.2.1998 Bezug nehmen. Es ist ja schon seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannt, dass hier Zusammenhänge bestehen. Da das Zahnbein eines wurzeltoten oder wurzelbehandelten Zahnes – letzterer bleibt trotz Wurzelbehandlung selbstverständlich tot – in Verwesung übergeht, werden erstens den Organismus belastende Leichengifte frei und zweitens kommt es trotz aller Desinfektions- und sonstigen antibiotischen Maßnahmen des Zahnarztes in aller Regel zu Entzündungen im Bereich der Zahnwurzel und des Zahnhalteapparates. Diese Entzündungen werden oft nicht bemerkt, sie führen aber zu den Erregerstreuungen, welche in vorstehendem Artikel als Auslöser lebensverkürzender Krankheiten angeschuldigt werden. Oft versuchen Zahnärzte solche Entzündungen an wurzelbehandelten Zähnen, wenn sie akut geworden sind, mit hochdosierten Gaben von Antibiotika wieder zu eliminieren. Dies ist meistens erfolglos, und der wurzeltote Zahn muss letztendlich entfernt werden. Abgesehen von der unnötig verlängerten Leidenszeit des Patienten muss hier kritisch angemerkt werden, dass durch diese zeitliche Verschleppung der Entfernung des Zahns die Gefahr der Allgemeinschädigung vergrößert wird, denn der Zeitraum, in welchem die gefährlichen Erreger in den Organismus streuen können, verlängert sich gleichermaßen. Neben diese schulmedizinischen Betrachtungsweise ist die Sicht der

energetischen Ganzheitsmedizin von Bedeutung, welche die einzelnen Odontone, also die Kieferstellen für die einzelnen Zähne einschließlich der Zähne selbst und der sog. Zahnhalteapparate in Beziehung setzt zu dem System der chinesischen Akupunkturmeridiane. Dieses von Dr. Reinhold Voll bereits in den 50er Jahren entwickelte Bezugssystem, welches von der Schulmedizin ignoriert und negiert wird, verifiziert sich sehr oft von selbst durch die praktische Beobachtung.

Nach zahlreichen Erfahrungen, die ich mit Patienten nach Wurzelbehandlungen machen konnte und unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass chronische Entzündungen der Zahnwurzel und des Zahnhalteapparates zu lebensverkürzenden Krankheiten führen können, würde ich mir niemals eine Wurzelbehandlung machen lassen. Und ich kann Menschen, bei denen eine Wurzelbehandlung gemacht werden soll, nur raten, sich darauf nicht einzulassen. Ein toter Zahn gehört extrahiert. Danach kann man eine Lösung suchen. Lücke, Brücke oder Prothese, aber niemals Wurzelbehandlung!

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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