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Falldiskussionen

Themenrubrik "Verhütung/Pille/Spirale"

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Dieser Beitrag ist seit dem 03.04.2003 auf dieser Webseite

 Kennwort: C20030328

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Stimmungsschwankungen und Gewichtsprobleme während der Pille – depressive Phasen nach Absetzen

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Der nachfolgende Erfahrungsbericht erreichte die Redaktion Medizinkritik am 28.3.2003.

Sehr geehrter Herr Van Treek,

ich möchte mich in dieser Mail auf mehrere Artikel beziehen, die ich auf Ihrer Seite gelesen habe, wobei es um Problematiken ging in Bezug auf Nebenwirkungen bei Einnahme und Absetzen der Pille.
Mir geht es weniger darum, Ihren Rat zu beanspruchen. Wichtiger ist mir, dass Sie diese Mail an Frauen weiterleiten, die unter den gleichen oder ähnlichen Symptomen bei Einnahme und/oder nach Absetzen der Pille leiden. Natürlich wäre ich auch sehr dankbar über eine kurze Rückmeldung, mit der Bestätigung, dass ich keine "hysterische Ziege" bin, und dass meine Erscheinungen wirklich durch die Pille verursacht sein können.

Hier meine kleine Geschichte:

Nachdem ich heute Abend mal wieder einer "depressive Attacke" ausgesetzt gewesen bin ( welche innerhalb weniger Tage zum wiederholten male auftrat), schoss mir der Gedanke - mehr das Bedürfnis durch den Kopf: jetzt will ich es wissen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass mein Hormonhaushalt seit Absetzen der Pille total aus den Fugen geraten ist. Und nichts ist schlimmer als NICHTSWISSEN. Also setzte ich mich an den PC, und recherchierte im Internet, um etwas Sinnvolles zu finden. Nachdem ich diese Seite gefunden hatte, in der ich Beiträge gelesen habe, die mein Gefühl bestätigten, fühlte ich mich schlagartig erleichtert.

Ich habe die Pille mit 15 Jahren verschrieben bekommen. Grund: furchtbare Menstruationsschmerzen. Minisiston sollte helfen. In Bezug auf meine Schmerzen hat sie das auch. Aber da war ja noch meine stark ausgeprägte Akne papula pustulosa. Also wurde mir die Diane35 empfohlen. Einige Monate später jammerte ich meiner Hautärztin vor, dass ich seit der Diane35 zu fett geworden bin. Also wurde ich umgestellt auf die Vallette. Minipräparat. Kann meinem Körper ja nichts anhaben. Kann man (Frau) auch ohne Bedenken absetzen, ohne Nebenwirkungen zu verspüren.

Mittlerweile bin ich 27 Jahre alt. Ich habe in den letzten Wochen, vielleicht sogar Monaten einige persönliche Veränderungen an mir festgestellt, die mich dazu gebracht haben, über Auswirkungen der Pille nachzudenken. Okay, ich habe meine Akne in den Griff bekommen. (Habe sogar eine Ausbildung zur Arzthelferin beim Hautarzt gemacht.) Ich habe auch keine Menstruationsschmerzen mehr. Meine Periode kommt seit der Pille fast auf die Minute pünktlich. Kinder wollte ich ja auch niemals haben. (Damals!!!) Ein tolles Medikament, oder? Wären da nur nicht die negativen Auswirkungen.

Ich mache es kurz: Es fing alles ca. 3 Monate nach Beginn der Pilleneinnahme an. Ich leide seitdem unter Diätswahn, weil mein Körper zu schnell dazu neigt, in die Breite zu gehen. Regelmäßig, also am 1. und. 2. Tag meiner Periode neige ich zu extremen Stimmungsschwankungen und übermäßigen "Fress-Flashs". Seit ca. 4 Jahren lebe ich in einer wunderbaren Beziehung mit meinem Freund. Hochs und Tiefs bestimmten unsere Paar-Beziehung, aber wir haben sie bisher alle überlebt. (In guten wie in schlechten Zeiten - so heißt es doch, oder?) Unser Sexualleben wurde immer bestimmt durch meine "Phasen". Von Anfang an. (Ist er nicht verständnisvoll?)

Vor kurzem wurde mir bewusst, dass diese zyklusbedingten Stimmungsschwankungen für mich unerträglich wurden. Was würden diese dann erst für Auswirkungen haben auf meine Umwelt? Erschwerend hinzu kam mein sich allmählich entwickelnder Kinderwunsch. (Die biologische Uhr tickt.)
Da ich mich gerade in der Halbzeit meines Studiums befinde, ist ein Kind für mich momentan kopfmäßig ungelegen, aber wenn`s passieren sollte, bedeutet es auch kein Hindernis für meinen Weg.
Nach 12 Jahren Pille hatte ich das dringende Bedürfnis, meinen natürlichen weiblichen Zyklus mal wieder zu spüren und meinen lästigen Stimmungsschwankungen zu entkommen. Gegen meine Akne weiß ich mittlerweile anzukämpfen. Ich bin auch zuversichtlich in Bezug auf meine Menstruationsschmerzen. Mittlerweile kann ich Schmerzen durch Entspannungsübungen kontrollieren und auch vermindern. 

Doch plötzlich sind da diese depressiven Attacken, nervöse Unruhe und schlaflose Nächte. Absolut unbegründet. Mein Leben verläuft aktuell wirklich positiv. Es reicht momentan eine Bemerkung, um mich dazu zu bringen, mich zurückzuziehen und mich düsteren Gedanken hinzugeben. Ich habe zwar die "Ausrede": "Hormonelle Schwankungen - Du weißt schon...", aber ist dies erst der Anfang? Wie lange wird das noch so gehen? Wie lange ertragen mich die anderen so?
Ich habe die Pille zwar erst vor ca. 4 Wochen abgesetzt, aber aus Erfahrung weiß ich, dass ich dazu neige, auf Medikamente (pflanzlich und auch chemisch) extrem schnell und stark zu reagieren.
Auf  meine Partnerschaft hatte es noch keine Auswirkungen - im Gegenteil, mein wunderbarer Freund hat zum Glück absolutes Verständnis für meine derzeitige Situation.
Dennoch mache ich mir Sorgen. Was passiert mit mir? Ist das normal, oder entwickele ich gerade mir bisher unbekannte Neurosen? Was kann ich tun, damit es mir besser geht?
Wenn ich`s nur wüsste!!! Ich mag mich momentan selbst nicht mehr.
Ach, ja - mein Kinderwunsch: ich versuche gerade meine Emotionen mit meinem Kopf zu überlisten. Der Wunsch ist noch aktuell, aber ich glaube, ich verdränge ihn gerade. Ich muss doch erst fertig studieren. Und meinem Freund passt es gerade auch nicht in den Zeitplan. (Auch, wenn ich spüre, dass eine eventuelle Schwangerschaft ihn zwar total aus der Fassung bringen würde, aber er im Endeffekt ein absolut stolzer und liebenswerter Papi wäre). Aber dies sei nur eine Randbemerkung aus selbsttherapeutischen Zwecken.

Eigentlich will ich mit meiner Story nur eine Aussage treffen: Ich danke allen Frauen, deren pillenbedingte Leidensgeschichten auf Ihrer Webseite veröffentlicht wurden, und denen es genauso oder auch nur ähnlich wie mir geht. Ihr fühlt Euch vielleicht momentan echt nicht wohl in Eurer Haut. Aber Ihr habt für mich ein ganz großes Wunder bewirkt. Ich weiß, ich bin nicht allein mit meinen "lästigen Problemchens". Ich weiß, dass jetzt irgendwo Frauen sind, die meine Gefühle - wenn auch "nur" ähnlich -  teilen.

Freundliche Grüße von C.

P.S. an Herrn van Treek: Meine Erlaubnis für eine eventuelle Veröffentlichung haben Sie. Sollte jemand das Bedürfnis haben, mir zu schreiben, bin für alle Reaktionen offen.

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Die Redaktion dankt der Autorin für ihre Mitarbeit am Anliegen der Webseite. Wenn ähnlich betroffene LeserInnen mit der Autorin in Kontakt treten wollen, bitte Kennwort angeben: C20030328.

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Stand: 14. Dezember 2012
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